Warum ist Deutschland Nachzügler in Sachen Public Internet?

Egal ob in Estland, Spanien oder den USA, in vielen Ländern gibt es schnelles und kostenloses Internet ganz öffentlich nutzbar für alle, die es eben nutzen möchten. Aber warum ist Deutschland im Vergleich dazu noch immer ein solcher Nachzügler?

Vorteile und Nachteile des Public Internets im Vergleich

In Amerikanischen Franchiseunternehmen, wie McDonalds und Starbucks, ist das sogenannte Public Internet auch bei uns seit einigen Jahren Standard. Die Menschen treffen sich, trinken einen Kaffee zusammen und recherchieren nebenbei via WLAN Wissenswertes für ihr Studium. In anderen Bars ist dies nur selten möglich, in Locations wie Flughäfen immer häufiger, doch ist dies nicht selten mit hohen Kosten verbunden.
Dabei wäre kostenloses, öffentlich zugängliches Internet auch förderlich für die Gleichstellung von arm und reich, zumindest was die Allgemeinbildung angeht. Denn die Internet Tarife sind zwar laut aktueller Preisvergleiche immer günstiger, dennoch kann sich nicht jede Familie einen eigenen Anschluss leisten. Dank Public Internet könnte jedermann, der ein Notebook oder auch nur einen alten Heimrechner besitzt, auf das Internet zugreifen und sich über alltägliche Dinge informieren. Die Jugend würde vielleicht sogar wieder mehr lesen. Aber was würde mit den Internetanbietern geschehen?

Natürlich hat der Staat Angst vor der Unsicherheit und Angriffsfläche, die die offenen Netzwerke bieten. Gibt es WLAN flächendeckend für jedermann, kann jeder von wo auch immer illegale Inhalte herunterladen. Wer bei einem solchen Missbrauch haftet, ist vollkommen unklar, da es bis heute kein klares Gesetz dazu gibt. Die Landgerichte bieten außerdem keine einheitlichen Vorgaben zum Thema Public Internet und des missbräuchlichen File-Sharings.

Dieses Risiko zwingt die Internetanbieter dazu, ein kompliziertes und kostenintensives Authentifizierungssystem aufzubauen. Für viele Unternehmen würde sich dies im Vergleich zum jetzigen System nicht rechnen.

Die Rolle des Staates

Als User bleibt nur zu hoffen, dass der Deutsche Staat die Bürokratie hinter alldem verringern und ordnen und das Public Internet dann konsequent für alle zugänglich machen wird – kostenfrei. Bedenklich ist dann jedoch der wirtschaftliche Aspekt, denn schließlich leben viele Unternehmen vom Service als Internetanbieter. Internet Tarife werden sinken, Firmen im Internet Tarifvergleich sogar gezwungen sein, WLAN kostenfrei anzubieten. Die einzige Lösung wären Sonder-Serviceleistungen, de separat abgerechnet würden. Aber wie die Internet Tarife dabei errechnet werden sollen, ist noch reine Zukunftsmusik. Denn auch wenn es für den Endverbraucher attraktiv klingt, überall kostenfrei surfen zu dürfen, ist dies auf den 2. und kritischen Blick der Internet Tarif-Landschaft nicht förderlich. Außerdem arbeiten sicherlich einige unter uns für einen der Deutschen Internetanbieter und würden dadurch ihren Job verlieren. Wie bei allem gibt es also auch hier eine Kehrseite der Medaille.

In Zukunft heißt es somit weiterhin: Kaffee trinken ohne zu surfen. Aber wer weiß, vielleicht ist dies sowieso nicht schlecht, denn so bleibt endlich mal Zeit zum Reden – genau, REDEN, nicht chatten oder liken….