LTE Internet als DSL Nachfolger und Festnetzersatz?

Klassischerweise handelt es sich in der heutigen Zeit um DSL oder VDSL Internet Tarife, die man auswählen kann, wenn man in den heimischen vier Wänden eine Netzverbindung haben möchte. Die großen Provider wie die Telekom, Vodafone oder 1&1 bieten ihre diesbezüglichen Internet Tarife zudem alle in Paketen an, durch die der Kunde auch eine Festnetz-Leitung erhält. Doch mit dem Mobilfunkstandard der vierten Generation LTE („Long Term Evolution“) steht seit 2012 ein neues Produkt bereit, dass in den ländlichen Gebieten Deutschlands (die sogenannten „weißen Flecken der DSL-Landkarte“) bereits vielerorts den klassischen DSL-Anschluss notgedrungen ersetzt. Doch die Anzeichen mehren sich, dass LTE bald auch vermehrt von den Menschen, welche die Wahl haben, für Internet und Festnetz gewählt wird.

LTE ist schneller als DSL

Mit LTE können – je nachdem, welche Internet Tarife gewählt wurden – die User mit bis zu 50 MBit pro Sekunde oder mit bis zu 100 MBit pro Sekunde surfen. Dies ist im Vergleich bis zu 15 Mal schneller als die Geschwindigkeit, die momentan der durchschnittliche deutsche DSL-Nutzer zur Verfügung hat. Diese liegt laut einer Erhebung von Akamai Technologies aus dem April 2013 bei sechs Mbit pro Sekunde. Die Einwahlzeiten sind zudem wesentlich geringer. Der Speed reicht problemlos dazu aus, um auch Internet-Telefonie zu ermöglichen und das klassische Festnetz damit überflüssig zu machen. Aber: Die tatsächliche Geschwindigkeit, die ein LTE Anschluss erreichen kann, hängt davon ab, wie viele Personen zur gleichen Zeit das Netz nutzen. Zu Stoßzeiten sind Topgeschwindigkeiten nicht möglich. Insbesondere Internetanbieter mit einem nur gering ausgebauten Netz haben diesbezüglich ein Problem.

LTE im Vergleich: Kostenvorteile

Führt man einen LTE Vergleich durch, so meint man, dass die LTE Anschlüsse noch immer leicht teurer als die DSL Gegenstücke sind. Doch dies ist nur die halbe Wahrheit: Zum einen zeigt jeder langfristiger Internet Tarifvergleich, dass sich die Preise schon weit aneinander angenährt haben. Zum anderen spart LTE auch Ausgaben ein: Wer beispielsweise umzieht, muss bei DSL meist eine Pauschale für die Freischaltung des Anschlusses zahlen. Bei LTE ist dies nicht notwendig. Einige Internetanbieter wie z.B. die Telekom lassen bei einer neuerlichen Freischaltung eines DSL Anschlusses auch die Vertragslaufzeit von vorne beginnen. Dieses Problem stellt sich bei LTE ebenfalls nicht.

Die Internetanbieter, die LTE im Programm haben, bieten in der Regel zudem Internet Tarife für den Mobilfunk und Zuhause. Hierbei ist es möglich, ein Komplettangebot zu buchen. Dieses ist unter dem Strich günstiger und zugleich auch einfacher, denn dann erhält man alles aus einer Hand.

Fazit: LTE kann der DSL-Nachfolger werden

LTE hat im Vergleich deshalb durchaus das Potenzial, der DSL-Nachfolger zu werden. Momentan steht dem noch der Netzausbau der Internetanbieter im Weg, aber dabei handelt es sich um ein temporäres Problem. Die Telekom möchte beispielsweise bis Ende 2013 die wichtigsten 100 deutschen Städte mit LTE versorgen. Vodafone plant, Deutschland 2015 flächendeckend versorgen zu können.